Weltkino: The Face of an Angel [Italien—Englisch] 2014

Veröffentlicht von am 12.07.2016, 07:00 | Kommentar

The Face of an Angel [Italien—Englisch] 2014Am 14. Juli 2016 wird der Film The Face of an Angel [Italien—Englisch] 2014 im Rahmen des Sommersemester-Programms des Weltkinos gezeigt.

Die kostenlose Aufführung ist für alle Interessierten geöffnet und findet um 20 Uhr im Hörsaal 2 (PHIL) statt.

Handlung:

Regisseur Thomas glaubt in einem noch immer aktuellen brisanten Mordfall den Stoff für seinen neuen Film gefunden zu haben. So soll die junge Amerikanerin Jessica Fuller gemeinsam mit ihrem Freund ihre Mitbewohnerin, eine britische Studentin, umgebracht haben. Für seine Recherchen reist Thomas in das italienische Siena, den Ort des Geschehens, an dem auch der Gerichtsprozess stattfinden soll. Dort trifft er sich mit der ambitionierten Journalistin Simone, die das Verfahren begleitet und bereits ein Buch über den Vorfall geschrieben hat. Aber je mehr er sich seiner Faszination für den Fall hingibt und sich mit ihm befasst, desto mehr verliert er sich selbst darin – bis ihm schließlich gar erhebliche Zweifel an seinem Vorhaben kommen. Doch alles ändert sich, als er auf die geheimnisvolle Studentin Melanie trifft.

Es ist einer der spektakulärsten, verzwicktesten und medienwirksamsten Mordfälle überhaupt. Am 1. November 2007 wird die 21-jährige Britin Meredith Kercher in ihrer Wohnung im italienischen Perugia brutal ermordet. Der Verdacht der Staatsanwaltschaft vor Ort fällt alsbald auf Kerchers Mitbewohnerin, die US-amerikanische Austauschstudentin Amanda Knox, und deren damaligen Freund Raffaele Sollecito. Die beiden werden verurteilt, dann freigesprochen, wieder verurteilt und schließlich in höchster Instanz am 27. März 2015 erneut und endgültig freigesprochen. Die Angeklagten entgehen damit einer mindestens 25-jährigen Gefängnisstrafe und so bleibt der wegen Beihilfe rechtskräftig zu 16 Jahren Haft verurteilte Ivorer Rudy Guede vorerst der Einzige, der für das womöglich nie vollständig aufzuklärende Verbrechen belangt wird. Als der Brite Michael Winterbottom das kriminalistische Rätsel in seinem Film Die Augen des Engels aufgriff, galten Knox und Sollecito der italienischen Justiz noch als die Haupttäter, aber da sich der Indie-Regisseur ohnehin wenig an den Details des Falls interessiert zeigt, haben die neuesten Entwicklungen keine große Rückwirkung auf sein Werk. Statt einen Versuch zu unternehmen, das Chaos um den „Engel mit den Eisaugen“ (so Knox‘ Beiname in der Boulevardpresse) zu lichten, lässt Winterbottom den aufsehenerregenden Prozess nämlich weitgehend links liegen und liefert stattdessen eine elegante und zuweilen faszinierende Film-im-Film-Reflektion.


Das Weltkino Passau zeigt Filme aus aller Welt abseits des Hollywood-Mainstreams (Originalfassung mit Untertiteln), immer Donnerstag Abends während der Vorlesungszeit.

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Dieser Artikel wurde verfasst von Uni Passau Kommunikation.

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