Uni: Die tun was!

Veröffentlicht von am 10.12.2009, 16:01 | 5 Kommentare

Studierendenproteste: Präsident und Studierende im Gespräch

Die Uni Passau lässt den Studierendenprotesten nicht nur Worte, sondern auch Taten folgen: Hier die aktuelle Stellenausschreibung für einen Volljuristen, der in der Uni-Verwaltung zum nächstmöglichen Zeitpunkt in Sachen Bologna-Prozess aktiv werden soll. Zentrale Forderungen der Passauer Studierenden waren unter anderem eine realistische Einschätzung des Workloads in den neuen Studiengängen, eine verlängerte Regelstudienzeit in den Bachelor-Studiengängen und die Senkung des Prüfungsdrucks im Bachelor-/Mastersystem. Bereits in seiner Rede beim Dies academicus am 13. November hat Universitätspräsident Professor Dr. Walter Schweitzer deutlich gemacht, dass er die teilweise sehr große Zahl an kleinteiligen Prüfungen  zum Ende eines jeden Semesters äußerst kritisch sieht, und die Fakultäten sowie die Studiengangsverantwortlichen zu Änderungen aufgefordert. Solche Änderungen bedeuten in der Folge immer aufwändige Überarbeitungen der Studien- und Prüfungsordnungen. Um diese tatsächlich durchführen zu können, sind entsprechende Personalkapazitäten erforderlich. Aus diesem Grund wurde die neue Stelle ausgeschrieben. Zum Aufgabenbereich zählen neben der Überprüfung und Überarbeitung der Studien- und Prüfungsordnungen der Uni Passau insbesondere die Beratung der Fakultäten sowie beispielsweise die Vorbereitung der Gremienbeschlüsse oder die Einholung notwendiger Einvernehmenserklärungen. Auch mit neuen Kapazitäten werden die Überprüfungen und Änderungen natürlich einige Zeit in Anspruch nehmen. Ein bisschen Geduld braucht es also noch. Doch auch wenn an der Uni die Auswirkungen für die Studierenden nicht sofort sicht- und spürbar sind, fest steht:  Und sie bewegt sich doch!

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Dieser Artikel wurde verfasst von Anja Schuster.

5 Kommentare

  • Philipp Wendler says:

    Schön zu sehen, dass die Uni wirklich was tut, und das recht fix. Lob auch für das Blog!

    Grüße,
    Philipp Wendler

  • haunol01 says:

    Ich fände es hilfreich, wenn in Zukunft beispielsweise sichergestellt würde, dass man nur eine oder maximal zwei Klausuren in einem Studiengang an einem Tag schreiben muss; auch wenn diese nach Studienplan in unterschiedlichen Semestern abgelegt werden sollten, zumal dieser nicht bindend ist.
    Außerdem fände ich es super, wenn ein Email-Benachrichtigungsdienst bei Hisquis eingeführt werden würde, welcher einem bei Veränderungen des Notenauszugs eine Email schickt; das würde denke ich die Aufregung über die ziemlich langen Berichtigungszeiten etwas mildern können…
    Diese Vorschläge hätte ich gerne zu dem Streik beigetragen, ich war aber nicht da.
    Deshalb freue ich mich sehr mich auf diesem (wie ich finde, besseren) Wege mitteilen zu können!

    Vielen Dank
    Lena

    • Anja Schuster says:

      Die Prüfungsorganisation ist ein immenser organisatorischer Aufwand und leider lässt es sich trotz intensiver Bemühungen nicht immer vermeiden, dass mehrere Klausuren auf einen Tag fallen. Die Antwort von Frau Eckmüller-Schiestl (Leiterin des Prüfungssekretariats I) auf die Anfrage verdeutlicht die Problematik:

      „Allein im Bereich der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät gibt es über 10.000 Einzelanmeldungen, aufgeteilt auf mehr als 100 verschiedene Klausuren und 18 verschiedene Studiengänge – und diese Prüfungen sollten so schnell wie möglich nach Ende der Vorlesungszeit abgehalten werden (im Moment können wir es auf 4 Wochen durchziehen). Dazu kommen dann auch noch Sprachprüfungen, die vom Sprachenzentrum organisiert werden (hier erfolgen auch Absprache zwischen Prüfungssekretariat und Sprachenzentrum) sowie Sonderfälle wie Scheinklausuren oder Erasmus/DAAD-Studierende.

      Obwohl die Prüfungsplanung bereits zu einem Zeitpunkt, zu dem noch keine verbindlichen Anmeldungen (bis 4 Wochen vor Vorlesungsende können sich die Studierenden noch abmelden) vorliegen, stattfinden muss (da ja die Studierenden ein berechtigtes Interesse an einer möglichst frühen Bekanntgabe der Termine haben), wird bei der Terminierung durchaus darauf geachtet, dass für einzelne Studiengänge nicht zu viele Prüfungen pro Tag gelegt werden – allerdings lässt sich nicht immer vermeiden, dass ein Studierender auch mal mehr als eine Prüfung machen muss (insbesondere wenn auch Wiederholerklausuren angeboten werden). Im Moment versuchen wir auch in Absprache mit dem Prüfungsausschuss durch sog. „Professorentage“ dieses Problem einigermaßen in Griff zu bekommen.

      Es kommt also immer zu einem Konflikt zwischen einem möglichst kurzen Prüfungszeitraum (damit man Praktika etc. machen kann) und einer möglichst geringen Prüfungsbelastung – dieser Konflikt lässt sich naturgemäß nicht lösen.

      Neben diesen Einschränkungen gibt es natürlich noch eine Vielzahl an anderen Faktoren (Verfügbarkeit der Prüfungsräume, Abstimmung mit zeitgleich stattfindenden Staatsexamenstermine etc., etc…), die alle aufzuzählen, diesen Rahmen sprengen würde.“

      Ein Benachrichtigungsdienst bei Änderungen des Notenauszugs ist eine gute Idee – das Problem liegt dabei in der Software, die eine solche Funktion nicht unterstützen kann. Mit einem einfachen Update ist es leider nicht getan, hier wäre ein neues System erforderlich. Kurzfristig lässt sich das daher nicht realisieren.

  • Diana Kühl says:

    Ich finde es zunächst einmal gut, dass dieser Blog eingerichtet wurde, weil das die Kommunikation enorm erleichtert.

    Ich bin nämlich ein wenig enttäuscht über den Umgang mit Studienleistungen, die man im Ausland erbringt. Ich war ein Semester in Spanien und habe es trotz Sprachbarriere geschafft meine Klausuren zu bestehen, die mir hier jetzt niemand anerkennen will mit der Begründung ich hätte einen zu fortgeschrittenen Kurs belegt, der weit über den Grundlagenkurs hinausgeht, den ich in Passau hätte belegen müssen.
    Ich finde es sehr schade, dass ein Auflandsaufenthalt in keinerlei Hinsicht belohnt wird sondern dazu führt, dass man im Endeffekt ein Semester länger studieren muss. Und alle Bafögempfänger mussten leider auch die unangenehme Erfahrung machen, dass das Bafögamt díe Betroffenen lediglich 6 HOCHSCHULsemester lang finanziell unterstützt und keine Rücksicht darauf nimmt, wenn Studienleistungen nicht anerkannt werden.
    Ich bin nach Passau gekommen weil ich den Kuwi sehr schätze und ich davon ausgegangen bin, dass Internationalität hier groß geschrieben wird. Auch wenn ich vom Studiengang weiterhin begeistert bin, könnte man doch in dieser Hinsicht einiges verbessern.

  • Liebe Frau Kühl,

    leider ist es mir bislang nicht gelungen, Sie zu erreichen, da es offenbar Probleme mit Ihrer E-Mail-Adresse gibt. Bitte setzen Sie sich doch mit mir in Verbindung, damit wir gemeinsam schauen können, wie wir Ihnen helfen können.

    Freundliche Grüße

    Birgit Schwenger

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