Offener Vortrag: Ostalgie in Tschechien? Zur Rolle der Kommunistischen Partei Böhmens und Mährens im tschechischen politischen System

Veröffentlicht von am 29.10.2014, 15:33 | Kommentar

Die Initiative Perspektive Osteuropa lädt am Donnerstag, den 06. November 2014, ab 20:00 Uhr zum Gastvortrag des Tschechischen Politikwissenschaftlers Dr. Lukáš Novotný in die Library Lounge ein. Am Beispiel des Erfolgs der NATO feindlichen „Kommunistischen Partei Böhmens und Mährens (KSČM)“ wirft der Expert einen kritischen Blick auf das Phänomen der Ostalgie in Tschechien. Wer damit nicht direkt etwas anzufangen weiß: Das Wort „Ostalgie“ setzt sich aus den Begriffen Ost(-Deutschland) und Nostalgie zusammen und beschreibt die  gefühlte Sehnsucht nach einer Rückkehr zum Lebens- und Regierungsstil (oder Teilen davon) der DDR.

Zum GastvortragVortrag_Dr. Novotny

Die Kommunistische Partei Böhmens und Mährens (KSČM) wurde 1990 als Nachfolgepartei der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei gegründet. Sie will im Sinne des Sozialismus die Interessen der sozial Schwachen vertreten und für soziale Gerechtigkeit kämpfen. Die Partei ist Gegner der tschechischen NATO-Mitgliedschaft und betrachtet bis heute die tschechische EU-Mitgliedschaft sehr kritisch. Trotzdem (oder gerade deshalb?) erlangten die Kommunisten bei allen Wahlen zum Abgeordnetenhaus seit 1990 nie weniger als zehn Prozent der Stimmen und stellen heute zahlreiche Bürgermeister und tausende Stadträte.

Zu Dr. Lukáš Novotný

Der Politikwissenschaftler wurde 1979 in Karlovy Vary/Karlsbad geboren und studierte in Pilsen und Bayreuth. Die Promotion erfolgte an der TU Chemnitz zum Thema der aktuellen Vergangenheitsdiskurse zwischen Deutschen und Tschechen. Heute lehrt er an der Karls-Universität Prag und an der Jan-Evangelista-Purkyně-Universität Ústí nad Labem und beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit den politischen Systemen der deutschsprachigen Länder.

Ausführliche Informationen zumVortrag gibt es auf der Internetseite der Initiative Perspektive Osteuropa

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Dieser Artikel wurde verfasst von Kathrin Dinkel.

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