Alles auf Empfang

Veröffentlicht von am 8.04.2015, 17:03 | Kommentar
Prof. Dr. Joachim Posegga und Prof. Dr. Hans Reiser im Senderaum des IT-Zentrums.

Prof. Dr. Joachim Posegga (r.) und Prof. Dr. Hans Reiser betreuen dem Amateurfunk an der Universität Passau. Der Senderaum im IT-Zentrum ist Ort der praktischen Übungen des Seminars. Foto: Universität Passau

Der Sommerkurs der Amateurfunkgruppe der Universität beginnt im April.

Heute ist viel los im Kosmos der Amateurfunker: Ein breites Band wälzt sich über den Computerbildschirm, in allen Farben des Regenbogens bildet es Signale und deren Frequenzen ab. „Die Weiterverarbeitung dessen, was wir empfangen, läuft heutzutage meist nur noch über den PC“, erklärt Prof. Dr. Joachim Posegga. Er deutet auf den sichtlich betagten schwarzen Kasten mit Mikrofon, das über dem Computer auf einem Wandbord steht: „Das gute alte Funkgerät gehört schon zum exotischen Inventar.“ Er lacht und tritt zurück an die Schaltfläche. Der Bildschirm wird dunkel, in der Mitte zeigt sich ein vertikaler, rot leuchtender Streifen. „Das sind wir“, sagt Joachim Posegga. „Wir senden.“

Seit sieben Jahren trifft sich die Amateurfunkgruppe der Universität Passau während des Sommersemesters zweiwöchentlich auf dem Campus, um mit der ganzen Welt in Kontakt zu treten und mit den technischen Möglichkeiten der Anlage zu experimentieren. „In Zeiten von Skype hat das Funken als Kommunikationsmittel in Deutschland an Bedeutung verloren. Dafür haben wir es immer häufiger mit einer Verschmelzung von Funktechnik und IT zu tun, beispielsweise bei Wireless LAN. Der Zugang zu informationstechnischen und elektronischen Zusammenhängen, der der Amateurfunk bietet, ist für alle, die eine Affinität zu diesem Bereich haben, unverändert spannend“, sagt Joachim Posegga, der selbst passionierter Amateurfunker ist. Er hat die Gruppe 2008 an der Universität initiiert und betreut sie gemeinsam mit Prof. Dr. Hans Reiser.

Seit einigen Jahren wird der Kurs am Zentrum für Schlüsselkompetenzen (ZfS) angeboten und von drei Dozenten geleitet, die ebenfalls seit Jahren als Amateurfunker aktiv sind. Das Angebot hat einen gewissen fachlichen Bezug zu Informatik und Mathematik, ist jedoch auch offen für Studierende anderer Fachrichtungen. Der Kurs bereitet auf die Prüfung zur Erlangung des Amateurfunk-Zeugnisses der Klasse E vor, das zum Sendebetrieb in verschiedenen Frequenzbereichen berechtigt. Der theoretische Teil besteht in der Vermittlung des Wissens in den Themenbereichen Technik, Betriebstechnik, sowie Vorschriften und Gesetze. Der praktische Teil des Seminars wird an der am Lehrstuhl für IT-Sicherheit aufgebauten Amateurfunkstation Übungsbetrieb durchgeführt. Wer die Prüfung besteht, darf zukünftig auch außerhalb des Kurses die Funk-Infrastruktur im IT-Zentrum nutzen.

Dort flimmert es inzwischen wieder bunt, während Joachim Posegga sich durch die Frequenzen arbeitet. Jemand gibt auf Englisch die Wetterlage durch. Ukrainisch ist zu hören, dann Dänisch. „Das Signal, das die Antenne auf dem Dach des IT-Zentrums der Universität abgibt ist rund 400 Watt stark – genug, um die USA zu erreichen“, sagt Posegga. Der Standort auf dem Campus ist auch Teil eines WLAN-Netzes um den regionalen Knotenpunkt in Kellberg (Landkreis Passau). Dicht geknüpft reicht es bis Norditalien, Ausläufer gibt es daneben auch in Frankreich, Spanien und in der Türkei. „In einem separaten Netz arbeiten zu können, eröffnet der Gruppe viele Möglichkeiten, um die Technik, die hier dahinter steckt, genau zu ergründen“, sagt Hans Reiser. „Technische Zusammenhänge werden immer komplexer. Der Amateurfunk macht den Studierenden das Angebot, diese durch eigenes Experimentieren besser zu verstehen.“

Interessierte können sich noch bis 19. April über das ZfS für den Kurs anmelden. Der Kurs kann bis zu 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aufnehmen. Voraussetzung für die Teilnahme ist der Besuch der Vorbesprechung am 14. April um 18.30 Uhr im ITZ SR 002.

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Dieser Artikel wurde verfasst von Uni Passau Kommunikation.

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