Smartricity-Team über ihre Geschäftsidee, den Gründeralltag und Gründungsmöglichkeiten in Passau

Veröffentlicht von am 14.12.2017, 18:28 | Kommentar

Am Dienstag, den 12. Dezember 2017, bot sich Studierenden im Rahmen der Vorlesung „Technologie- und Innovationsmanagement“ bei Prof. Dr. Carolin Häussler, Inhaberin des Lehrstuhls Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Organisation, Technologiemanagement und Entrepreneurship, die Möglichkeit, mehr über das Beratungsangebot für Gründungsinteressierte der Universität Passau und die Passauer Gründerszene zu erfahren – und das aus „erster Hand“.

Startup-Coach Stefan Jelinek

Stefan Jelinek, Startup-Coach der Universität Passau

Neben dem Startup Coach der Universität Passau Stefan Jelinek, selbst erfahrener Gründer, stellte Robert Richter das wachsende Passauer Gründerzentrum INN.KUBATOR vor. Zudem berichtete das Gründerteam von Smartricity, einer Gründung aus dem Umfeld der Universität Passau, aus seinem Gründeralltag und von besonderen Erfolgen und Herausforderungen auf dem Weg zur Umsetzung der eigenen Geschäftsidee. Die Studierenden erhielten so einen spannenden Einblick in die Passauer Gründerszene und konnten sich informieren, wie die Universität Passau sie in der Praxis dabei unterstützt, selbst ihre Geschäftsidee umzusetzen.

Nach der Begrüßung durch Prof. Dr. Carolin Häussler präsentierte Start-up Coach Stefan Jelinek das Angebot der Gründungsförderung der Universität Passau, die innerhalb der letzten fünf Jahre aufgebaut wurde. Die Kernkompetenz Startup Coaching beinhaltet beispielsweise Feedback und Tipps zum Businessplan oder zum Aufbau des eigenen Netzwerks. Stefan Jelinek betont dabei die Wichtigkeit des Dialogs und Austauschs und ermutigt Gründungsinteressierte dazu, ihre eigenen Ideen auszuprobieren – auch, wenn der Weg zur Umsetzung nicht immer leicht ist. Unterstützung dabei kann man zum Beispiel durch das EXIST-Gründerstipendium erhalten, einem Förderprogramm für innovative technologieorientierte oder wissensbasierte Gründungsprojekte.
Ein neues Angebot für Studierende der Universität Passau ist außerdem die Gründerzeit, während der sie mit Grund der Unternehmensgründung beurlaubt werden können. Seit 2013 gibt es in Passau den 5-Euro-Business-Wettbewerb. Hier können Geschäftsideen ausprobiert und ausgebaut werden, mit Unterstützung von Paten aus der Wirtschaft und Gründungsberater Stefan Jelinek. Stefan Jelinek erklärt, er selbst sei begeistert gewesen vom Gründungspotential, das in diesem geringen Startkapital steckt: Verschiedene Ausgründungen der Universität Passau starteten im Rahmen des Wettbewerbs – und haben heute beeindruckende Erfolge zu verzeichnen. Seit 2013 gibt es einen deutlichen Anstieg der Passauer Ausgründungen.

Um der jungen Passauer Gründerszene einen Standort zum Austausch zu bieten, gibt es das Gründerzentrum INN.KUBATOR. Bis 2019 entsteht sogar ein neues Gebäude mit Büroflächen, in denen bis zu 25 Gründerteams Platz finden zum Austausch in Co-Working-Spaces und sich gegenseitig unterstützen können, zum Beispiel bei Lösungsansätzen für Schwierigkeiten im Gründeralltag.
Der INN.KUBATOR gehört zum Gründerzentrum Digitalisierung Niederbayern der drei niederbayerischen Hochschulstandorte Passau, Landshut und Deggendorf. Robert Richter, Scout für Digitalisierungs- und Innovationsthemen, vermittelt Gründungsinteressierte, die Unterstützung suchen, zum Beispiel weiter an Spezialisten, gibt Informationen zu Fördermöglichkeiten und bietet ein großes Netzwerk in der Wirtschaft. Für ihn ist die Interaktion innerhalb des Gründernetzwerks ein besonderes Anliegen und ein entscheidendes Kriterium beim Übergang von der Geschäftsidee in die Startphase und die finanzielle Unabhängigkeit.

Sebastian Schmidt

Smartricity-Gründer Sebastian Schmidt

Das können auch die drei Gründer von Smartricity bestätigen: Zu Beginn arbeiteten die drei Gründer „vom Sofa aus“, erzählt Sebastian Schmidt. Jetzt biete das Netzwerk mit anderen Gründerteams neue Expertise und Erfahrungswerte und spare so auch Zeit. „Und es schont unsere Rücken“, merkt er grinsend an.Sebastian Henneberg fügt hinzu, der Alltag als Gründer sei nie absehbar – er selbst sehe dies als besondere Chance zur Entwicklung für das Team und das Startup. Wichtig ist dem Team auch die Interaktion mit den Studierenden – immer wieder gehen sie detailliert auf Nachfragen ein, für sie selbst sind diese wertvolles Feedback. Zusammen mit Michael Hasler starteten die beiden Smartricity, ein kostenlose App, mit der der Energieverbrauch im eigenen Haushalt nachhaltig gesenkt werden kann. Die Benutzer können mit ihrem Smartphone einfach ihre Haushaltsgeräte erfassen. Das Programm analysiert dann ihren individuellen Stromverbrauch und schlägt optimale Alternativen für Haushaltsgeräte vor, mit denen der Stromverbrauch im Durchschnitt um bis zu 25 Prozent gesenkt werden kann. Für den Verbraucher bedeutet das eine Ersparnis von durchschnittlich 350 Euro pro Jahr.

Michael Hasler und Sebastian Henneberg

Von links: Gründer Michael Hasler und Sebastian Henneberg

Die Idee liegt nun zweieinhalb Jahre zurück, mittlerweile ist das Team vierköpfig und wird durch einen Data Scientist unterstützt. Allein die Smartricity-Datenbank für TV-Geräte auf dem europäischen Markt umfasst 17000 Geräte. Programmierkenntnisse seien bei der Umsetzung der Idee somit zunehmend wichtiger geworden. Sie seien ein mächtiges Werkzeug und bieten Unabhängigkeit, sagen die Smartricity-Gründer. Sie alle hätten sich zumindest grundlegende Kenntnisse angeeignet, auch, wenn dies zunächst eine ähnliche Herausforderung wie das Lernen einer neuen Fremdsprache gewesen sei.
Ihr Einsatz zahlt sich aus: Zuletzt durfte sich das Team über den ersten Platz beim BayStartUp ideenReich Wettbewerb freuen.

Auf dem Weg zum heutigen Erfolg wurden die drei von Stefan Jelinek beraten und besonders bei der Beantragung von Fördermitteln unterstützt. Aktuell hat Smartricity einen Antrag auf Fördermittel gestellt. Bis zum Launch der Smartricity-App sei aber noch Einiges zu tun: Die Gründer wollen ihre Modelle weiter optimieren, ihre App möglichst benutzerfreundlich gestalten und ihre Netzwerke ausbauen.
Die Entscheidung für Passau als Standort ist ihnen übrigens nicht schwergefallen: Auf die Nachfrage eines Studierenden erzählen sie, die kurzen Wege und relativ niedrigen Lebenshaltungskosten seien für sie ausschlaggebend gewesen, aber auch Passau als junge Startup-Region, in der sich eine Szene mit hohem Gründungspotential und viel Flexibilität entwickelt.

Die Studierenden zeigten großes Interesse an den Gründungsberatungsangeboten der Universität Passau und den Erfahrungen des Smartricity-Teams. Auch die Referenten freuten sich über die hohe Interaktion und die erfolgreiche Veranstaltung!

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Dieser Artikel wurde verfasst von Transferzentrum.

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